Wie lässt sich ein Produktdisplay nicht nur auffälliger, sondern auch intelligenter gestalten? In einem neunwöchigen Feldtest in einem deutschen Supermarkt in Aschaffenburg untersuchten Forscher, was passiert, wenn Duftmarketing, Warenbestandsmessung in Echtzeit und Datenanalyse in einem intelligenten Retail-Display zusammenkommen.
Der Test wurde in Zusammenarbeit mit Eizenhöfer Displays, Kaffee Braun, neoalto/POS Tuning, Sense Company und der Technischen Hochschule Aschaffenburg durchgeführt. Die vollständige Forschungsmethodik und die Ergebnisse sind im deutschen Abschlussbericht Abschlussbericht aus dem Gemeinschaftsprojekt zur Erprobung eines intelligenten Displays in den Bereichen olfaktorisches Marketing und Warenbestandsmessung dokumentiert.
Die Ergebnisse sind interessant. Im Testsupermarkt lag der Umsatz 41,9 % über dem Wert des gleichen Zeitraums im Vorjahr, während 7,9 % mehr Produkte verkauft wurden. Zum Vergleich: In den zwölf anderen Supermärkten, die in die Analyse einbezogen wurden, sank der Umsatz durchschnittlich um 2,0 % und die Anzahl der verkauften Produkte um 18,3 %.
Der Feldtest zeigt das Potenzial, das in der Kombination aus Duftmarketing, einer starken Produktpräsentation, intelligenter Bestandsüberwachung und datenbasierter Sortimentsoptimierung steckt. Gerade diese Kombination führte zu einem so auffälligen Ergebnis auf der Verkaufsfläche.
In diesem Blog erfahren Sie:
- Warum ein intelligenteres Display erforderlich war
- Was genau untersucht wurde
- Wie der Feldtest aufgebaut war
- Welchen Einfluss Duft auf die Aufmerksamkeit der Kunden hatte
- Welche Auswirkungen der Test auf den Umsatz hatte
- Warum Duft auf der Verkaufsfläche interessant ist
- Was Einzelhändler aus diesem Feldtest lernen können
- Ob ein Display mit Duft auch für andere Produktkategorien als Kaffee interessant sein könnte
- Was dieser Test für das Duftmarketing bedeutet
- Mehr über die Studie
Warum ist ein intelligenteres Display erforderlich?
Einzelhändlern stehen heute mehr Daten und Technologien denn je zur Verfügung, um Umsatz, Warenbestände und Prozesse im Geschäft zu optimieren. Bei temporären Displays, Zweitplatzierungen außerhalb des regulären Regals und speziellen Produktpräsentationen kann es jedoch nach wie vor schwierig sein, in Echtzeit zu erkennen, was tatsächlich passiert.
Wie schnell wird ein bestimmtes Produkt aus dem Display genommen? Wann muss nachgefüllt werden? Welche Varianten verkaufen sich am besten? Und wie lässt sich die Präsentation anhand aktueller Daten anpassen, anstatt sich ausschließlich auf historische Verkaufszahlen zu verlassen?
Hinzu kommt eine weitere Herausforderung: Aufmerksamkeit. Auf einer Verkaufsfläche, auf der unzählige Marken und Produkte um die Aufmerksamkeit der Kunden konkurrieren, reicht es nicht immer aus, einfach nur sichtbar zu sein.
Das Forschungsprojekt brachte deshalb drei zentrale Elemente zusammen: Erlebnis und Aufmerksamkeit auf der Verkaufsfläche, Echtzeit-Einblicke in Bestand und Absatz sowie eine datenbasierte Sortimentsoptimierung.
Was genau wurde untersucht?
Für das Projekt wurde ein Kaffee-Display entwickelt, das drei Anwendungen miteinander kombinierte:
- Ein modulares Produktdisplay
- Sensoren, die den aktuellen Warenbestand kontinuierlich erfassten
- Ein integriertes Duftmarketingsystem, das gezielt einen Kaffeeduft verbreitete
Die Bestandsdaten wurden in Echtzeit an eine digitale Plattform übermittelt. Dadurch ließ sich nachvollziehen, welche Produkte entnommen wurden, wie viel Bestand noch vorhanden war und wann nachgefüllt werden musste.
Sense Company stellte für das Projekt die Dufttechnologie und die Duftkomposition bereit. Das System wurde direkt in das Display integriert, sodass der Kaffeeduft gezielt rund um die Produktpräsentation verbreitet werden konnte.
Wie war der Feldtest aufgebaut?
Der Test fand bei EDEKA Stenger in Aschaffenburg statt und dauerte insgesamt neun Wochen. Dabei wurden drei unterschiedliche Situationen miteinander verglichen:
- Baseline: Verkauf ohne das neue Display
- Intelligentes Display mit Duft: das neue Display mit aktiver Duftverbreitung
- Intelligentes Display ohne Duft: dasselbe Display, jedoch ohne Duft
Die drei Phasen liefen vom 15. Oktober bis zum 17. Dezember 2025.
Neben Verkaufs- und Bestandsdaten wurden Kunden unter anderem zu Aufmerksamkeit, Verweildauer und ihrer Wahrnehmung des Displays befragt. Die Technische Hochschule Aschaffenburg war für die wissenschaftliche Begleitung und Auswertung der Kundenbefragung verantwortlich.

Welchen Einfluss hatte Duft auf die Aufmerksamkeit der Kunden?
Die Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass Duft dazu beitragen kann, ein Display auffälliger und ansprechender zu machen. Bei allen folgenden Aussagen reagierten die Kunden positiver, wenn Duft eingesetzt wurde, als in der Situation ohne Duft:
- Das Kaffee-Display hat meine Aufmerksamkeit geweckt
- Ich fühlte mich von dem Kaffee-Display angezogen
- Ich hielt mich länger als gewöhnlich im Bereich des Kaffeeregals auf
- Ich nahm in der Nähe der Kaffeeprodukte einen bestimmten Duft wahr
Der Unterschied bei der Duftwahrnehmung war statistisch signifikant. Auch bei den anderen Kriterien schnitt die Situation mit Duft positiver ab. Obwohl diese Unterschiede statistisch nicht signifikant waren, zeigen sie dennoch einen klar positiven Trend.
Welche Auswirkungen hatte der Test auf den Umsatz?
Besonders auffällig waren die Verkaufsergebnisse. Der Umsatz im Testsupermarkt stieg im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres um 41,9 %, während die Anzahl der verkauften Produkte um 7,9 % zunahm.
Zum Vergleich: In den zwölf anderen Supermärkten, die in die Untersuchung einbezogen wurden, sank der Umsatz durchschnittlich um 2,0 % und das Absatzvolumen um 18,3 %.
Eine weitere Analyse innerhalb des Projekts ergab, dass der monatliche Umsatz nach der Sortimentsoptimierung um 63 % stieg.
Dabei ist wichtig zu beachten, dass der Umsatzanstieg nicht allein auf das Duftmarketing zurückgeführt werden kann. Auch die Optimierung des Sortiments spielte eine wichtige Rolle. Die Ergebnisse zeigen vor allem das Potenzial von Duftmarketing, wenn es als Teil eines umfassenderen Ansatzes zur Optimierung der Verkaufsfläche eingesetzt wird.
Warum ist Duft auf der Verkaufsfläche interessant?
Duft unterscheidet sich von vielen anderen Marketingreizen, weil er unmittelbar Teil des physischen Einkaufserlebnisses wird.
Bei Produkten mit einem charakteristischen Duftprofil, wie Kaffee, Brot, Kosmetik oder Körperpflegeprodukten, kann Duft die Produktpräsentation verstärken. Kunden sehen das Produkt nicht nur. Sie können es auch erleben.
Während dieses Feldtests gaben Kunden häufiger an, dass das Kaffee-Display ihre Aufmerksamkeit geweckt, sie angesprochen und dazu angeregt habe, länger am Regal zu verweilen. Nicht alle dieser Unterschiede waren statistisch signifikant. Zusammengenommen zeigen sie laut den Forschern jedoch das Potenzial von Duft als zusätzlichen Reiz am Point of Sale.

Was können Einzelhändler daraus lernen?
Für uns besteht die wichtigste Erkenntnis aus diesem Feldtest nicht darin, dass eine einzelne Technologie für das Ergebnis verantwortlich war. Gerade die Kombination macht das Projekt besonders interessant.
Echtzeit-Bestandsdaten zeigen, was am Regal passiert. Datenanalysen helfen dabei, Sortiment und Nachschub zu optimieren. Eine starke Produktpräsentation schafft Sichtbarkeit. Und Duft ergänzt das Erlebnis um eine zusätzliche sensorische und emotionale Ebene.
Der Case zeigt damit, wie sich kommerzielle Performance und operative Effizienz innerhalb eines einzigen Retail-Konzepts gemeinsam messen und optimieren lassen.
Im deutschen Abschlussbericht wird die Kombination aus Sensortechnologie, Datenanalyse und Duftmarketing als interessante Grundlage für ein umfassenderes Smart-POS-Ökosystem beschrieben.
Ist ein intelligentes Duftdisplay nur für Kaffee interessant?
Nein. Nach Ansicht der Forscher lässt sich das Prinzip auch auf andere Produktkategorien und Einzelhandelsumgebungen übertragen. Zum Beispiel:
- Kosmetik und Körperpflege
- Backwaren und Frischeprodukte
- Süßwaren und Snacks
- Getränke
- Shop-in-Shop-Konzepte
- Temporäre Aktionen
Besonders interessant könnten Produktkategorien sein, bei denen Impulskäufe, Produkterlebnis und ein charakteristischer Duft eine wichtige Rolle spielen.
Was bedeutet dieser Test für das Duftmarketing?
Dieser Case zeigt vor allem, wie Duftmarketing zunehmend mit messbaren Retail-Daten verbunden werden kann.
Während Duft traditionell vor allem dazu eingesetzt wurde, Atmosphäre zu schaffen und das Markenerlebnis zu stärken, kann er heute Teil eines deutlich umfassenderen, datenbasierten Retail-Konzepts werden.
Damit verändert sich auch die Fragestellung. Es geht nicht mehr nur darum: Riecht es im Geschäft besser? Die interessantere Frage lautet: Was passiert mit Aufmerksamkeit, Verhalten und Umsatz, wenn Duft zum Einkaufserlebnis hinzugefügt wird?
Genau diese Art von Fragestellungen untersuchen wir bei Sense Company zunehmend gemeinsam mit Einzelhändlern und Marken.

Über die Studie
Der Feldtest wurde 2025 bei EDEKA Stenger in Aschaffenburg durchgeführt. An dem Projekt waren Eizenhöfer Displays, Kaffee Braun, neoalto/POS Tuning, Sense Company und die Technische Hochschule Aschaffenburg beteiligt.
Der Test dauerte neun Wochen und bestand aus einer Baseline-Phase, einer Phase mit dem intelligenten Display und Duft sowie einer Phase mit demselben Display ohne Duft.
Dieser Feldtest zeigt das Potenzial von Duftmarketing als Bestandteil einer intelligenten Retail-Strategie. In Kombination mit einer starken Produktpräsentation und datenbasierter Optimierung kann Duft der Verkaufsfläche eine zusätzliche Wirkungsebene verleihen.
Möchten Sie den vollständigen Forschungsbericht lesen?
Entdecken Sie alle Ergebnisse, die vollständige Forschungsmethodik und die Schlussfolgerungen im deutschen Abschlussbericht.
Starten Sie mit Duft!
Möchten Sie Duftmarketing im Einzelhandel einsetzen oder ein individuelles Duftkonzept für Ihr Geschäft entwickeln? Unsere Duftexperten beraten Sie gerne und entwickeln gemeinsam mit Ihnen eine Duftlösung, die perfekt zu Ihrer Marke, Ihrer Zielgruppe und Ihrer Verkaufsumgebung passt.




